2003-01-20 / Main-Post

HEIKE VON BRANDENSTEIN

Reise bis ans Ende der Welt

Wie der Student Daniel Veith Feldforschung in Argentinien betreiben will


Eine geradezu unbändige Neugier und Wissensdurst zeichnen ihn aus. Hinzu kommen noch eine gehörige Portion Ehrgeiz und natürlich Talente wie Sprachen, Zeichnen oder Fotografieren. Von Daniel Veith ist die Rede, der in der Kreisstadt jüngst einen Diavortrag von seiner Reise ans Ende der Welt, nach Patagonien, gezeigt hat.

Kurz vor Weihnachten bekam er eine Art Geschenk im Voraus. Auch eine Reise, aber die nur bis fast ans Ende der Welt. Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) heißt die gemeinsame Einrichtung deutscher Hochschulen mit Sitz in Bonn, von der Daniel Veith am 17. Dezember Post erhielt. Um ein Stipendium hatte sich der 22-jährige dort beworben. Vergeben werden solche vom DAAD für besonders begabte und hochqualifizierte in- und ausländische Studenten.

Und Daniel Veith hat so eines bekommen. Der junge Mann hat gerade mal sein drittes Semester an der Würzburger Uni in den Fächern Romanistik, Germanistik und Kunstgeschichte absolviert und schon alle Scheine in der Tasche. Nein, nicht etwa nur die bis zur Zwischen-, sondern die bis zur Abschlussprüfung. Besonders begabt dürfte also hinkommen.

Um sich aber wirklich hoch zu qualifizieren, benötigt er ein Auslandsstudium. An die Universität von Santiago de Chile soll es gehen. In der Stadt war Daniel Veith zwar schon mal, aber nun erhofft er sich eine andere als "die verklärte Touri-Sicht", wie er sagt. Land und Leute will erkennen lernen, in einem Studentenwohnheim wohnen und natürlich noch mehr erfahren über Sprache und Dialekte. Ziel ist es, einen Abstecher nach Argentinien zu unternehmen. Über einen Dialekt namens Cocoliche, den eingewanderte Italiener am Rio de la Plata pflegen, geht es ihm. Darüber hat er bereits eine Hauptseminararbeit geschrieben, die er zu einer Magisterarbeit ausbauen möchte.

Flug, Studiengebühren und 450 Euro im Monat zahlt der DAAD. "Damit kann ich sicher ganz gut leben", meint Veith. Im Sommersemester 2003, im Februar also, soll es losgehen. Daniel Veith plant aber nicht nur das eine Semester, sondern ein offenes Ende. Im Anschluss an die Universitätsstudien will er nämlich noch ein wenig reisen und "Feldforschung", wie er es nennt, betreiben.

Dass das Stipendium wirklich etwas Besonderes ist, belegt die Statistik des DAAD. Gerade mal 36 Studenten ist im Jahr 2001 ein Semesteraufenthalt in Südamerika gewährt worden. Eine Sprecherin des DAAD: "So rasend viele sind das nicht."

Bis ans Ende der Welt, egal wo es auch sein mag: Daniel Veith aus Tauberbischofsheim will bald dort sein.
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Hier können Sie einen ausführlichen Lebenslauf von Daniel Veith im PDF-Format herunterladen.
Lebenslauf Daniel Veith

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